Die Buchpreisbindung in Deutschland


In Deutschland kostet ein bestimmtes Buch für die Kundin oder den Kunden überall dasselbe, egal ob im Buchladen um die Ecke, im Buchkaufhaus oder beim Online-Händler. Verlage sind verpflichtet, einen verbindlichen Ladenpreis für eine Neuerscheinung festzulegen. Die Buchpreisbindung garantiert die Qualität und Vielfalt, für die der deutsche Buchmarkt weltweit vorbildlich ist. Aktuelle
wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen die positiven Effekte der Buchpreisbindung.

 

Die Buchpreisbindung …

… erhält den Kulturstandort Buchhandlung.

- Deutschland hat deutlich mehr Buchhandlungen pro Einwohner als Länder ohne Buchpreisbindung – das betrifft gerade auch unabhängige Läden. - Buchhandlungen sind nicht nur Shops. Sie sind kulturelle Orte und fördern Wissensvermittlung und Bildung. Mit Lesungen, Diskussionen, Schulprojekten oder Leseförderungsaktionen leisten sie einen wesentlichen Beitrag für Kultur und Gesellschaft.

… fördert die Buchnachfrage und den Zugang zu Büchern.

- Es ist nachgewiesen, dass weniger Buchhandlungen zu weniger verkauften Büchern führen. Bisherige Kundinnen und Kunden verlegen ihre Käufe also nur zum Teil auf Online-Händler, E-Books oder andere Buchhandlungen. - Die Preisbindung fördert somit das Bücherlesen, das Grundvoraussetzung für die persönliche Entwicklung in allen Lebensbereichen und die Teilnahme am Meinungsbildungsprozess ist.

…. sorgt für Vielfalt auf dem Buchmarkt.

- Die Preisbindung sorgt dafür, dass es nicht nur Bestseller, sondern eine große Vielfalt von Büchern gibt. Buchhandlungen befördern nachweislich den Erfolg weniger bekannter Titel und Autoren, sie entdecken deren Geschichten und machen sie vielen Lesern bekannt. - Gerade für kleine, unabhängige Verlage ist der durch die Preisbindung geförderte Buchhandel vor Ort unentbehrlicher Vertriebskanal für besondere Bücher abseits des Mainstreams.

Hintergrund Buchpreisbindung

Für welche Bücher gilt sie?

Die Buchpreisbindung gilt für gedruckte Bücher genauso wie für E-Books. Der Verlag legt für jedes Format (Hardcover, Taschenbuch, E-Book) einen eigenen Verkaufspreis fest. Nach 18 Monaten kann der Verlag den gebundenen Preis aufheben, daneben gibt es Ausnahmen etwa bei Mängelexemplaren oder Mengenpreisen. Kalender oder Hörbücher fallen nicht unter die Preisbindung, ebenso Flatrates für E-Book-Abonnements.

Was ist die rechtliche Grundlage?

Grundlage für die Regelung ist das deutsche Buchpreisbindungsgesetz, das 2002 in Kraft getreten ist. Davor gab es in Deutschland bereits seit dem Ende des 19. Jahrhunderts Branchenvereinbarungen für gebundene Bücherpreise. Die Regelung fußt auf dem besonderen Charakter des Buches als Wirtschafts- und Kulturgut. Damit das Kulturgut Buch für eine möglichst große Zahl an Menschen zugänglich ist und seine Bedeutung für Kultur und Gesellschaft entfalten kann, braucht es einen besonderen Schutz im Markt. Die aktuelle Forschung belegt, dass die deutsche Buchpreisbindung wettbewerbsrechtlich legitim

In welchen Ländern gibt es eine Buchpreisbindung?

Auch in zahlreichen anderen Ländern gibt es eine Buchpreisbindung. In Europa ist die Preisbindung in zahlreichen Ländern gesetzlich oder durch Branchenvereinbarungen geregelt, etwa in Österreich, Spanien, Italien, den Niederlanden, Norwegen oder Ungarn. Auch in Ländern wie Mexiko, Argentinien und Japan gibt es gebundene Bücherpreise.